Der Schwerpunkt der Betreuungs- und Entlastungsagentur liegt in der Pflegeberatung (Fachstelle für pflegende Angehörige nach § 7a), sowie der unabhängigen und neutralen Beratung von Angehörigen - und hier primär auf der Beratung von pflegenden Angehörigen pflegebedürftiger Menschen, mit dem Ziel der Vermittlung von passgenauen Pflege-,Betreuungs- und Entlastungsleistungen.

Hierbei werden insbesondere sowohl Gruppenangeboten für Angehörige und für demenzkranke Menschen sowie in der Arbeit mit Ehrenamtlichen berücksichtigt, wie auch die Umsetzung dieser Leistungen in Einzelbetreuung. Der hohe Organisationsaufwand für die Koordination und Durchführung der Pflegeberatung und den individuellen Maßnahmen der Anleitungen von Angehörigen erfordert aufgrund der zu erwartenden starken Nachfrage die Schaffung eigener Stelle für diesen speziellen Bereich der Pflegeberatung nach § 7a. Die zuständige Fachkraft ist primär für die gesamte Planung und Organisation sowie auch für die Durchführung der einzelnen Pflegeberatungen zuständig. 

Im Juni 2015 wurde die Betreuungs- und Entlastungsagentur unter dem Namen „Betreuungs- und Entlastungsagentur Burgenlandkreis „Hand in Hand e.V. in Laucha als Verein gegründet. Kern der täglichen Arbeit der Beratungsstelle wird die Beratung, Begleitung, Unterstützung, Schulung und Entlastung von pflegenden Angehörigen sein, und im Besonderen von Angehörigen demenzkranker Menschen  sowie psychisch Erkrankter. Dazu erfolgt der Aufbau und die Betreibung eines HelferInnenkreises im Sinn der niedrigschwelligen Leistungen.

Diese Angebote und Aktivitäten werden für alle Bürger, die im Landkreis Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt) leben, angeboten.

Zunächst wurde durch die Verabschiedung des Pflege- Neuausrichtungs- Gesetz (PNG) und dem damit verbundenem Inkrafttreten von Regelungen der besseren Leistungen für demenziell erkrankte Menschen, sowie den zukünftigen Leistungen der „Häuslichen Betreuung“gedacht. Darunter können verschiedene Hilfen bei der Alltagsgestaltung fallen, zum Beispiel Spazierengehen oder Vorlesen. Einer weiteren politischen Bekräftigung durch das Pflegestärkungsgesetz I und der damit geschaffenen Geldleistung eines „Betreuungsgeldes“ für alle Pflegebedürftigen ermöglicht die Finanzierung von niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsleistungen.

Der Begriff „Entlastungsleistungsleistungen“ ist darüber hinaus  durch das Pflegestärkungsgesetz I neu im Leistungsrecht des Sozialgesetzbuch XI (Pflegeversicherungsgesetz) definiert worden.

Weitere Neuerungen sind die Zuschüsse für Selbsthilfegruppen und Förderung des Ehrenamtes.

Hierbei werden mit Hilfe von Selbsthilfegruppen und Helferkreisen Familien unterstützt, die Herausforderungen zu meistern, die ein Pflegefall in der Familie mit sich bringt.

Hierbei unterstützt das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) mit finanziellen Hilfen für die ehrenamtlichen Strukturen.

Diese Leistungen und Begrifflichkeiten (z.B. Ehrenamt, niedrigschwellige Leistungen, HelferInnenkreis, usw.) sind neben dem SGB XI in den Anerkennungsverordnungen der Bundesländer von auf der Grundlage der durch das Land erlassenen Pflegebetreuungsverordnung von anerkannten niedrigschwellige Betreuungsangebote.

Die Ziele unserer Arbeit sind Entlastung pflegender Angehöriger und Stärkung der Handlungskompetenz flegender Angehöriger (Hilfe zur Selbsthilfe),

Erhalt und/oder Verbesserung der Lebensqualität demenziell und psychisch      erkrankter Menschen,·Verbesserung und Vernetzung der gerontopsychiatrischen Versorgungslandschaft und die Integration pflegebedürftiger  Menschen und deren Angehöriger.

Entlastung pflegender Angehöriger und Stärkung der 
Handlungskompetenz pflegender Angehöriger (Hilfe zur Selbsthilfe)

Primäres Ziel der Mitarbeiter/innen und Helfer/innen der Betreuungs- und Entlastungsagentur im Kontakt mit pflegenden Angehörigen ist deren Entlastung in psychischer, sozialer, zeitlicher, körperlicher, und/oder struktureller Hinsicht.

Bei der Suche nach individuellen Bewältigungsstrategien sollen Angehörige ihrer Situation entsprechend unterstützt, begleitet und in ihrer Handlungskompetenz gestärkt werden. Unter Handlungskompetenz werden die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Angehörigen verstanden, die Pflegesituationen objektiv wie subjektiv zu bewältigen. Hierbei sind die medizinischen, psychischen und sozialen, materiellen und ökologischen Bedingungsfaktoren von Hilfs- und Pflegebedürftigkeit sowie deren Einfluss auf die Aufrechterhaltung der Pflegesituation zu berücksichtigen.

Die Stärkung der Handlungskompetenz umfasst neben der Betrachtung der direkten Pflegesituation auch den angemessenen Umgang mit dem Pflegebedürftigen, die Thematisierung des psychischen und physischen Wohlbefindens der Angehörigen selbst sowie die Diskussion einer bewussten Entscheidung für oder gegen die Übernahme bzw. Weiterführung der familiären Pflegetätigkeit.

Erhaltung und/oder Verbesserung der Lebensqualität demenzkranker Menschen

Ein weiteres grundsätzliches Ziel der Beratungsstelle ist der Erhalt und/oder die Verbesserung der Lebensqualität gerontopsychiatrisch erkrankter Menschen. Der Begriff der Lebensqualität umfasst sowohl objektive Lebensbedingungen wie auch die subjektive Bewertung dieser Bedingungen. Ein aktuelles Modell zur Lebensqualität demenzkranker Menschen (vgl. Heidelberger Instrument zur Lebensqualität DEmenzkranker) geht davon aus, dass Lebensqualität sechs verschiedene Dimensionen umfasst.

 

Dementsprechend richten die Mitarbeiter/innen und Helfer/ des Verein ihr Augenmerk auf folgende Bereiche:

§  die Erfassung der aktuellen Lebenssituation des Kranken, d.h. den medizinisch- funktionellen Status, die Alltags- und Krankheitsbewältigung (Verhaltenskompetenz) und die Wohnsituation (räumliche Umwelt),

§  die Klärung der sozialen Einbindung und des Unterstützungsbedarfes,

§  die Ermittlung des subjektives Wohlbefindens und

§  die medizinischen und pflegerischen Versorgungsmöglichkeiten.

In Kooperation mit den Erkrankten und ihren Angehörigen sollen die Ressourcen und Kompetenzen in den jeweiligen Bereichen erfasst und im Sinne einer Erhaltung bzw. Verbesserung bearbeitet werden.



  

Der Vorstand